Intervallfasten, intermittierendes Fasten, periodisches Fasten – was ist was?

Die Zahl von veröffentlichten Studien und Artikeln zum Fasten steigt exponentiell. Entsprechend groß ist aktuell noch die Begriffsverwirrung. Wie definieren die aktuell weltweit führenden Experten das Fasten? 

Kalorienrestriktion

Wenn über einen Zeitraum die Kalorienzufuhr eingeschränkt wird, spricht man von Kalorienrestriktion (Calorie Restriction). Etliche Studien zeigen aber, dass Menschen große Schwierigkeiten haben, eine tägliche Kalorienrestriktion für längere Zeiträume durchzuhalten (Anton, et al., 2018) (Scheen, 2008)

Intermittierendes Fasten

Eine Forschergruppe um den renommierten Neurowissenschaftler Mark Mattson (Anton, et al., 2018) definiert intermittierendes Fasten (Intermittent Fasting) als Essmuster, bei dem für bestimmte, sich wiederholende Zeitspannen, keine oder wenige Kalorien konsumiert werden. Diese Zeitspannen variieren in den aktuell gebräuchlichen IF-Mustern: von zwölf Stunden bis zu mehreren Tagen. Es haben sich verschiedene Vorgehensweisen etabliert: Beim alternierenden täglichen Fasten, wechselt ein Tag ohne Kalorienaufnahme mit einem Tag unbeschränkter Aufnahme ab. Eine andere Variante ist, an zwei Tagen in der Woche hintereinander zu fasten und an den restlichen fünf Tagen normal zu essen. (siehe Tabelle)

Tabelle: Übersicht über Varianten des intermittierenden Fastens (oder Intervallfastens)

Bezeichnung Autor
The Fast Diet oder auch „5:2 Diet“ Michael Mosley
Alternate-Day Fasting (Every Other Diet) Michelle Harvie
16:8-Diät/8-Stunden-Diät Martin Berkhan
Morgenfasten Edward Hooker Dewey*
Dinner Cancelling

*(1837-1904)

Tabelle modfiziert nach (Stange, 2017)

Intervallfasten

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In Deutschland hat sich der Begriff Intervallfasten eingebürgert und es ist ein regelrechter Hype entstanden. Empfohlen wird hier ein 8:16-Rhythmus: also ein Zeitfenster von 8 Stunden zum Essen und dann 16 Stunden Nahrungskarenz (Michalsen, 2017). Hierfür kann natürlich gut die Fastenzeit der Nacht genutzt und entweder das Abendessen oder das Frühstück ausgelassen werden. Das „Fastenbrechen“ nach der Nacht hat sich in der englischen und französischen Sprache erhalten: Break-fast (Frühstück) oder De-jeuner (jeuner: frz. fasten). In vielen Kulturkreisen ist ein üppiges Frühstück eher unüblich. Ein morgendlicher Kalorienverbrauch durch Sport vor der ersten Mahlzeit dürfte das Einsetzen des „Switches“ und der entsprechenden Wirkungen unterstützen (Michalsen, 2017).

Periodisches Fasten

Schon lange bekannt und von vielen Menschen praktiziert ist die Fastenwoche, zum Beispiel als „Fasten für Gesunde“ oder als „Heilfasten nach Buchinger“. Viele Autoren sprechen bei einem Fasten, das von 2 bis zu 21 Tagen oder Tagen dauert, vom Periodischen Fasten (Periodic Fasting) (Wilhelmi de Toledo et al. 2019). Der Vorteil von längeren Fastenzeiten ist, dass sich erfahrungsgemäß der Fastende ungefähr am dritten Tag gut angepasst hat. Die Stoffwechselumschaltung ist abgeschlossen. Anfängliche Schwierigkeiten, wie Hungergefühl, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck oder mangelnde Leistungsfähigkeit vergehen. So kann der Mensch je nach individuellen Reserven lange fasten. Bekannt sind die biblischen 40 Tage, die Jesus gefastet haben soll.

Literaturverzeichnis

Anton, S. D., Moehl, K., Donahoo, W. T., Marosi, K., Lee, S., Mainous, A. G., . . . Mattson, M. P. (Februar 2018). Flipping the Metabolic Switch: Understanding and Applying Health Benefits of Fasting. Obesity (Silver Spring).

Michalsen, A. (2017). Heilen mit der Kraft der Natur.Insel.

Michalsen, A. (2018). Aufbruch in der Fastentherapie. Zeitschrift für Komplementärmedizin, S. 10-15.

Scheen, A. (2008). The future of obesity: new drugs versus lifestyle interventions. Expert Opin Investig Drugs, S. 263-267.

Stange, R. (November 2017). Fasten – präventiv, therapeutisch, kontinuierlich, intermittierend? Ernährungs Umschau.

Wilhelmi de Toledo F, Grundler F, Bergouignan A, Drinda S, Michalsen A (2019) Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. PLoS ONE 14(1): e0209353. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0209353

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