Wirkungen des Fastens auf der medizinischen Ebene – was ist belegt?

Die Zahl der Studien steigt exponentiell. Die Medien berichten wahre Wunder vom Fasten. Jetzt heißt es einen kühlen Kopf zu bewahren und zu schauen, was man sicher weiß, wovon man ausgehen kann und was man nicht weiß. 

Mark Mattson hat zusammen mit Kollegen einen wegweisenden Artikel veröffentlicht (Anton et al. 2018). Hier wird der aktuelle Wissensstand zum Intermittierenden Fasten zusammengetragen: im Tierversuch (hauptsächlich an Ratten und Mäusen) und aus klinischen Studien beim Menschen.

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Abbildung: Beispiele für funktionelle Effekte und Hauptreaktionen auf zellulärer und molekularer Ebene bei verschiedenen Organsystemen beim intermittierenden Fasten *Demonstriert am Tiermodell, aber noch nicht am Menschen evaluiert (Abbildung modifiziert nach: Anton SD et al. 2018.) Foto: theartofphoto/AdobeStock

Die Forschergruppe definiert IF als Essmuster, bei dem für bestimmte sich wiederholende Zeitspannen keine oder wenige Kalorien konsumiert werden. Diese Zeitspannen variieren in den aktuell gebräuchlichen IF-Mustern: von zwölf Stunden bis zu mehreren Tagen. Die Autoren gehen davon aus, dass der Stoffwechsel typischerweise 12 bis 36 Stunden nach dem Einstellen der Nahrungsaufnahme umswitcht. Dies hängt von zwei individuellen Faktoren ab: der Menge an Glykogen, das in der Leber gespeichert ist und dem Kalorienverbrauch bzw. der körperlichen Aktivität in der Fastenperiode. Mattson und Kollegen definieren diesen Stoffwechselswitch als Wechsel von der Gewinnung von Glukose aus der Glykogenolyse zu einer Ernährung der Zellen durch Fettsäuren und aus Fettsäuren gebildeten Ketonkörpern. Diese Ketone sind der bevorzugte „Brennstoff“ für Gehirn und Körper während Fastenperioden und Ausdauerleistungen. Immer mehr Untersuchungsergebnisse würden darauf hinweisen, dass dieser Umschaltpunkt von Fettspeicherung auf Fettmobilisation, aus der Evolution heraus entstanden ist. Der Mechanismus dient dazu, in Zeiten des Nahrungsmangels die Muskelmasse und -funktion zu schützen. Tiere und Menschen, die schnell vom einen in den anderen Stoffwechsel umswitchen konnten, hatten einen Überlebensvorteil.

Freier Download der Originalarbeit

Literatur

  1. Anton SD et al. 2018. Flipping the Metabolic Switch: Understanding and Applying Health Benefits of Fasting. Obesity, February; 26(2): 254–268. doi:10.1002/oby.22065.

Beitragsbild, Foto: theartofphoto / AdobeStock

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