Mark Mattson – Fasten aus evolutionärer Perspektive.

Er ist Trailrunner, fährt Mountainbike – und kennt sich schon von daher mit dem Fettstoffwechsel aus. Systematisch geht er der Frage nach, welche positiven Wirkungen der Fettstoffwechsel für Menschen und andere Tiere hat. 

Mark Mattson ist Professor für Neurowissenschaft an der Johns Hopkins University. Er gilt als führend in der Erforschung von molekularen und zellulären Mechanismen, die degenerativen neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen. Er forscht sowohl im Tierversuch als auch mit Menschen. Die beeindruckenden Ergebnisse von ihm und seinen US-amerikanischen Kollegen sind sicher dafür verantwortlich, dass sich die Annahme durchsetzt, dass Intervallfasten gesundheitsförderlich ist und vielen chronischen Erkrankungen vorbeugen kann.

Mattson ist überzeugt davon, dass Nervenzellen die angeborene Fähigkeit besitzen, auf wechselnde Herausforderungen zu reagieren und sich anzupassen, um eine optimale Leistung zu erzielen, den Widrigkeiten des Alterns entgegenzuwirken und dass dadurch auch Alzheimer- und Parkinson-Krankheiten vorgebeugt wird. Er selbst ist als Wissenschaftler sehr aktiv, hat bereits über 900 Studien in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und zehn Bücher herausgegeben. Privat ist er ein leidenschaftlicher Langstreckenläufer und Mountainbiker – der Fettstoffwechsel ist ihm also auch aus eigener Erfahrung bekannt.

Interessant an Mattson ist, dass er das Fasten aus einer evolutionären Perspektive betrachtet. Er erkennt die Parallelen von den Ergebnissen seiner Tierversuche zum natürlichen Rhythmus von Urmenschen. Überleben konnten nur die Spezies, die in nahrungsknappen Phasen Gehirn und Körper optimal über den Fettstoffwechsel versorgen konnten, um so wieder an neue Nahrung zu gelangen.

Es mehren sich die wissenschaftlichen Hinweise, dass das Fasten für den Stoffwechsel nicht der Ausnahmezustand, sondern der Urzustand ist (z.B. Anton et al. 2018). Mehr noch: Zusammengenommen mit den Erkenntnissen über das Fasten mit Krebspatienten und mit neurodegenerativen Erkrankungen, erhärtet sich immer mehr die Annahme, dass der Stoffwechselswitch Krankheiten vorbeugen, lindern und zum Beispiel im Falle der Diabetes Typ 2 auch heilen kann.

Literaturverzeichnis

Anton, S. D., Moehl, K., Donahoo, W. T., Marosi, K., Lee, S., Mainous, A. G., . . . Mattson, M. P. (Februar 2018). Flipping the Metabolic Switch: Understanding and Applying Health Benefits of Fasting. Obesity (Silver Spring).

Beitragsbild, Foto: Mark Mattson, Professor der Neurowissenschaft an der Johns Hopkins University. Aufgenommen 2009 in Göteborg.

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